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Christian Fürchtegott
Gellert
1715 bis 1769
Er war zu
seiner Zeit ein berühmter Gelehrter der deutschen Aufklärung und gilt
als einer der bekanntesten Dichter aus dem Erzgebirge: Christian
Fürchtegott Gellert. Der gebürtige Sachse stammte aus einem
Pastorenhaushalt. Als fünfter Sohn eines Pfarrers wurde er 1715 in
Hainichen unweit von Chemnitz geboren. In Meißen geht der begabte Junge
zur Schule und beginnt mit 19 Jahren ein Studium der Philosophie und
Theologie in Leipzig. Leider muss er aus finanziellen Gründen die
Universität 1739 ohne Abschluss verlassen: Pfarrer wie Gellerts Vater
gehörten in jenen Jahren nicht zu den begütertsten Bürgern.
Ein Jahr lang schlägt sich Gellert, der erste Versuche als Lyriker
unternimmt, zum Broterwerb als Nachhilfelehrer für junge Adelige und
reichere, aber nicht so begabte Kommilitonen durch. Nach einem Jahr kann
er, auch mit Unterstützung von Freunden, das Studium wieder aufnehmen.
Neben Philosophie und Theologie studiert er Dichtkunst und Rhetorik.
1944 schließt Gellert seine Studien in Leipzig mit einer Dissertation
ab. In dieser Zeit lernt er später ebenfalls bekannte Dichterfreunde wie
Klopstock und Gottsched kennen, für den er als Übersetzer aus dem
Englischen und Französischen arbeitet. In literarischen Zeitschriften
erscheinen vermehrt Gedichte und Fabeln, Erzählungen und poetische sowie
moralische Abhandlungen. 1745 wird der junge Wissenschaftler
Privatdozent für Poesie und Beredsamkeit in Leipzig. Die
Universitätsstadt bleibt fortan sein Lebensmittelpunkt.
Spätestens seit 1746 ist der Name Gellert in der literarischen Welt weit
über Leipzigs Grenzen hinaus ein Begriff. Seine Fabeln werden europaweit
populär, erleben in Buchform zahlreiche Auflagen und werden zum ersten
Bestseller in der Geschichte der deutschen Literatur. Der Leipziger
Gelehrte wird so etwas wie ein viel gelesener Erfolgsautor und
wohlhabend. Seine Schüchternheit in der Öffentlichkeit, die ihn von
Jugend an begleitet, verliert Gellert dennoch nie. Dennoch oder
vielleicht gerade deswegen ist er bei seinen Studenten, zu denen auch
der junge Goethe gehört, äußerst beliebt.
Chronische Krankheiten beeinträchtigen Gellerts Berufstätigkeit als
Lehrender und zwingen den gesundheitlich Schwächelnden immer wieder zu
längeren Kuraufenthalten. Trotz aller Widrigkeiten wird er 1751 zum
außerordentlichen Professor ernannt - nicht mehr für Poesie, sondern für
Philosophie, in der gelehrten Welt so etwas wie ein Ritterschlag.
Nachdem Veröffentlichungen von Romanen und Theaterstücken nicht so
erfolgreich werden, wendet sich Gellert zunehmend
philosophisch-moralischen Traktaten sowie dem geistlichen Lied zu. 1769
stirbt der Unverheiratete hoch geachtet in Leipzig.
Zu den erfolgreichsten Werken Gellerts gehören bis heute seine Fabeln,
die in zahlreiche Kultursprachen übersetzt wurden. Erfolgreich wurde
auch eine Stilkunde über das Briefeschreiben. Das bekannteste geistliche
Lied aus Gellerts Feder ist "Die Himmel rühmen", das von Beethoven
vertont wurde.
Bücher
von Christian Fürchtegott Gellert
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