| Christian
Weise wurde 1642 in Zittau als Sohn eines Hilfslehrers geboren. Insofern
bekam er die Bildung quasi in die Wiege gelegt und wurde zunächst von
seinem Vater unterrichtet. Nach dieser Schulbildung zog er nach Leipzig,
um dort von 1660 bis 1663 Theologie zu studieren, was er mit einer
Magisterpromotion abschloss. Im Anschluss nahm er eine Lehrtätigkeit in
verschiedenen Fächern wie Rhetorik, Politik und Poesie auf. Er war
vielseitig interessiert und auch talentiert, konnte aber leider in den
Lehrtätigkeit nicht richtig Fuß fassen, so dass seine akademische
Karriere bald ein Ende fand.
Beim Minister Simon Philipp von
Leiningen-Westerburg des Herzogs von Sachsen-Anhalt in Halle trat er
schließlich 1668 eine Stelle als Sekretär an. 1670 schließlich wechselte
er seine Position und wurde Hofmeister bei Baron Gustav Anton von der
Schulenburg bei Magdeburg und wechselte dann als Lehrer and das
Gymnasium von Weißenfels. Parallel war er schriftstellerisch tätig und
kritisierte darin die adlige Gesellschaft aus seiner bürgerlichen
Perspektive. Interessant ist sein Schreibstil, der nicht wie für diese
Zeit blumig 'barock' ist, sondern eher sachlich.
1678 erhielt Christian Weise die
Position des Rektors am Gymnasium Zittau. Dort konnte er selbst den
Unterricht gestalten und brachte u.a. Fächer wie Historiographie auf den
Lehrplan und setzte einen Schwerpunkt im Unterricht der Geographie.
Durch die von ihm initiierte Neugestaltung des Unterrichts steigerte er
den Ruf des Gymnasiums, welches dadurch auch für höhere
Gesellschaftsschichten attraktiv wurde. 1708 mußte er aus
gesundheitlichen Gründen sein liebgewonnenes Amt aufgeben und starb im
gleichen Jahr in Zittau.
Bücher
von Christian Weise
Werke von Christian Weise:
Der grünen Jugend überflüssige Gedanken, 1668
Die drey Haupt-Verderber in Teutschland, 1671
Die drey ärgsten Ertz-Narren, 1672 (Roman)
Der Grünen Jugend Nothwendige Gedancken, 1675
Der Politische Näscher, 1678
Von Tobias und der Schwalbe (Komödie), 1682
Neu-Erleuterter Politischer Redner, 1684
Curiöse Gedancken Von Deutschen Brieffen, 1691
Der verfolgte Lateiner, 1696
Curiöse Gedancken Von Wolcken-Brüchen, 1701 |