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Friedrich Schlegel
1772 bis 1829
Das Zentrum
der Jenaer Frühromantik
Die Epoche der Romantik lässt sich als organisches Modell beschreiben,
so unterteilt man in der zurückblickenden Beschreibung die verschiedenen
Abschnitte dieser künstlerischen, literarischen und philosophischen
Strömung in Früh-, Hoch- und Spätromantik. Zentrum der frühen
romantischen Bewegung war die Universitätsstadt Jena, weshalb der
Epochenabschnitt auch unter dem Namen "Jenaer Frühromantik" in die
Kultur- und Literaturgeschichte einging. Im Wesentlichen gruppierte sich
der Freundeskreis aus gebildeten Männern, aus dessen Kern der Antrieb
zur romantischen Strömung kam, um das Gebrüderpaar August Wilhelm und
Friedrich Schlegel.
Friedrich Schlegel
Motivator der innovativen Tendenzen der Jenaer Gruppe war vor allem der
jüngere der beiden Brüder, Friedrich Schlegel. Wie so viele große
Geister stammte der im Jahr 1772 in Hannover geborene Karl Wilhelm
Friedrich Schlegel aus einem evangelischen Pfarrhaushalt. Obgleich
Schlegel sich bereits in jungen Jahren als sehr interessierter und
belesener Mann profilierte, hatte er nie eine gymnasiale Schulbildung
genossen. Stattdessen hatte er eine Kaufmannslehre begonnen, aber nicht
zu Ende geführt. Aufgrund seines großen Wissensdrangs betätigte er sich
nach Abbruch dieser Ausbildung als Autodidakt, um auf diesem Weg seine
Studien zu vervollständigen.
Stationen seiner Jahre an der Universität waren Göttingen und Leipzig,
wo er sich sowohl mit Naturwissenschaften als auch mit
Geisteswissenschaften auseinandersetzte. Finanzielle Schwierigkeiten
zwangen ihn jedoch bald, das Studium abzubrechen und sich als freier
Schriftsteller zu betätigen. Sein unstetes Leben führte ihn nach
Dresden, Berlin, Köln, Paris und Wien, zentrale Bedeutung für sein
geistiges und künstlerisches Schaffen jedoch besaß die Universitätsstadt
Jena.
Friedrich Schlegels erster Aufenthalt in Jena dauerte nur ein Jahr, von
1796 bis 1797. Auch der zweite Wohnsitz in Jena, den sich die Gebrüder
Schlegel mit zwei Damen, August Wilhelms Ehefrau und Friedrichs
damaliger Freundin, teilten, wurde nur für ein knappes Jahr (1799-1800)
von den Brüdern bewohnt, dennoch markieren die beiden Jena-Aufenthalte
wichtige Punkte in der Geschichte der Literatur sowie der
Geistesgeschichte. In dieser Stadt lernten die Brüder die Philosophen
Fichte und Schelling kennen, befreundeten sich mit dem Theologen
Schleiermacher sowie mit den Dichtern Novalis und Tieck. Aus diesen
Männern bildete sich eine Art Keimzelle der frühen Romantik, die sich
allumfassende Gedanken über revolutionäre und neue Ansichten zu
Literatur, Philosophie, Kunst und Geschichte machten und eine neue
Ästhetik begründen wollten. Nach diversen Aufenthalten in verschiedenen
Städten verschlug es Friedrich Schlegel schließlich nach Dresden, wo er
im Jahr 1829 verstarb.
Wichtige Werke und Schriften
Friedrich Schlegel sind vor allem programmatische Schriften und
Grundlegungen der frühen romantischen Strömungen zu verdanken, so war
die Programmschrift der Jenaer Romantiker das 1800 veröffentlichte
„Gespräch über die Poesie“.
Zentral im Werk des Kulturphilosophen und Kritikers sind vor allem die
so genannten Athenäumsfragmente, die in der Zeitschrift „Athenäum“,
begründet und herausgegeben von den Gebrüdern Schlegel, neue
Ausrichtungen der romantischen Poesie diskutierten.
Genuin literarischen Werken widmete der Gelehrte weniger Aufmerksamkeit
als ästhetisch-kritischen Schriften, der bekannteste Roman aus seiner
Feder ist „Lucinde“, der jedoch auch theoretische Überlegungen und
programmatisches Gedankengut enthält.
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