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Gebrüder Grimm
Die Brüder
Jacob und Wilhelm Grimm zählen zu den bekanntesten und auch
bedeutendsten deutschen Schriftstellern. Diese Stellung beruht auf den
noch heute fast jedem bekannten "Kinder- und Hausmärchen" (1812/15).
Doch wer waren die beiden Brüder und welche Schriften haben sie noch
verfasst?
Geboren wurden beide in Hanau. Jacob am 4. Januar 1785, sein Bruder
Wilhelm knapp ein Jahr später am 24. Februar 178. Ihr Vater war Amtmann.
Die Brüder Grimm haben tatsächlich einen gemeinsamen Lebenslauf. Lange
Zeit teilen sie sich eine Stube, auch später wohnen sie unter einem
Dach. Nach dem Tod ihres Vaters ziehen die beiden Jungen 1798 zu einer
Tante nach Kassel und besuchen das dortige Lyzeum. Danach studieren sie
in Marburg Jura, weniger aus Neigung sondern aus der Notwendigkeit
heraus, eine rasche Anstellung zu finden. Jacob wird 1808
Privatbibliothekar des Königs Jérôme, 1816 zweiter kurfürstlicher
Bibliothekar in Kassel und 1830 schließlich wie sein Bruder Professor in
Göttingen. Wilhelm war, bevor er mit seinem Bruder nach Göttingen ging
und 1831 Professor wurde, seit 1814 als Sekretär in der Bibliothek von
Kassel angestellt.
Obwohl sie angeblich nichts weiter als in stiller Zurückgezogenheit
lebende Gelehrte sein wollten, schrecken sie nicht vor öffentlichen
Konflikten zurück, wenn es die Umstände erforderten. Etwa als der König
von Hannover 1837 die von seinem Vorgänger samt den Landständen
verkündete Verfassung aufhob und auf seiner uneingeschränkten Herrschaft
besteht. Die Brüder Grimm befinden sich unter den lediglich sieben
Göttinger Professoren, die gegen die Willkür des Monarchen offen
protestieren. Sechs Wochen später erhalten sie die Quittung für ihren
Mut in Form der Entlassung und dem Befehl, das Hoheitsgebiet binnen drei
Tagen zu verlassen. 1841 werden beide Mitglieder der Berliner Akademie.
Der Mittelpunkt ihrer Forschungen ist das Heimatliche und Volkstümliche,
das sie als verbindendes, einendes Element aller Deutschen und deutschen
Staaten sehen, die damals noch weit von einer Einigung entfernt sind.
Ihre Forschungen hat aber nie einen nationalistischen verengenden
Charakter, sondern ziel immer auf das geschwisterliche Verhältnis der
Völker untereinander ab.
Jacob starb am 20.9.1863 in Berlin, Wilhelm am 16.12.1859.
Ihre wichtigsten gemeinsamen Werke sind die „Kinder- und Hausmärchen“ (3
Bde.) und die „Deutschen Sagen“ (2 Bde., 1816-18). Zu den von Jacob
Grimm allein verfassten Werken gehören die „Deutsche Grammatik“ (4 Bde.,
1819-37), die „Deutsche Mythologie“ (1835) und „Die Geschichte der
Deutschen Sprache“ (2 Bde., 1848). Bei seinem „Deutschen Wörterbuch“ kam
er nur bis zum Buchstaben F. Neben der gemeinsamen Arbeiten ist Wilhelms
Hauptwerk „Die deutsche Heldensage“ (1829).
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