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Gottfried Keller
1817 bis 1890

Gottfried Keller wurde am 19. Juli 1817 in Zürich geboren. Schon früh wurde er durch den Tod des Vaters zur Halbwaise und lebte seitdem mit seiner Mutter und der Schwester Regula in bescheidenen Verhältnissen. Nach seinem Verweis aus der weiterführenden Schule fasste Keller den Plan, Landschaftsmaler zu werden.

Einige Jahre verbrachte er als erfolgloser und verschuldeter Maler in München. Anschaulich beschrieben findet man die Kinder- und Jugendzeit im autobiographisch gefärbten Roman "Der grüne Heinrich", der in zwei Fassungen vorliegt.

Bereits in München wurde Keller erstmals schriftstellerisch tätig und schrieb für die private wöchentliche Kneipenzeitung einer Verbindung junger Schweizer. Zurück in Zürich verfasste Keller von 1842 an Natur- und Liebesgedichte sowie zunehmend politische Dichtung im Geist der liberalen Bewegung. Seine wirtschaftliche Lage jedoch blieb prekär.

Ein staatliches Stipendium ermöglichte ihm einen Aufenthalt in Heidelberg, wo er an der Universität seine durch die abgebrochene Schullaufbahn nur unvollständige Bildung ergänzen konnte. Insbesondere hörte er Vorlesungen über die Lehre des spanischen Philosophen Spinoza, die von nun an eine bedeutende Rolle in seiner Vorstellungswelt einnehmen sollte. Die literarischen Arbeiten dieser Zeit, meist Theaterstücke, blieben fragmentarisch.

Die Jahre 1850 bis 1855 verbrachte Keller als freier Schriftsteller in Berlin. Der Versuch, mit Theaterstücken ein regelmäßiges Einkommen zu erzielen, scheiterte, jedoch entstanden hier zahlreiche Entwürfe zu späteren Werken sowie der erste Band der Novellensammlung "Die Leute aus Seldwyla", darin auch die Novelle "Romeo und Julia auf dem Dorfe".

Zum beständigen Geldmangel kam eine unglückliche Liebe, die Kellers Produktivität massiv einschränkte. Insbesondere der vierte Band des "grünen Heinrich" konnte nur aufgrund des äußersten Drucks von Kellers Verleger fertig gestellt werden. Dazu zeigte sich eine Neigung zu Alkohol und Schlägereien.

Nur durch die Hilfe von Freunden aus Zürich und seiner Mutter konnte Keller seine Schulden in Berlin begleichen und in die Heimatstadt zurückkehren. Seine finanzielle Misere endete erst, als Keller 1861 zum ersten Staatsschreiber im Kanton Zürich gewählt wurde. Die sehr gut dotierte Beamtenstelle wurde von Keller viele Jahre lang gewissenhaft ausgeübt.

Die literarische Tätigkeit ruhte in den Jahren als Staatsschreiber weitgehend, aber nicht ganz: 1872 erschienen die "Sieben Legenden", zwei Jahre darauf der zweite Band der "Leute aus Seldwyla". Aufgrund des großen Erfolgs legte Keller 1876 sein Amt nieder, um sich ausschließlich der Literatur zu widmen. In rascher Folge erschienen nun die "Züricher Novellen", die zweite Fassung des "Grünen Heinrich", "Das Sinngedicht" und der Roman "Martin Salander".

Am 15. Juli 1890 starb Gottfried Keller fast 73-jährig in Zürich.

 
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