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Gottfried Wilhelm Leibniz
1646 bis 1716

Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716) gilt als einer bedeutendsten Universalgelehrten der Frühaufklärung. Sein erstaunlich breit gefächertes Wirken und Wissen umfasste unter anderem die Bereiche Staats- und Rechtswissenschaft, Geschichte, Diplomatie, Mathematik und Philosophie.

Leibniz wurde 1646 als Sohn eines Jura-Professors in Leipzig geboren. Mit 18 wurde er nach einem dreijährigen Studium Magister der Philosophie in Leipzig und promovierte mit knapp 20 Jahren an der Universität Altdorf bei Nürnberg zum Doktor beider Rechte. Er trat 1667 als Hofrat in den kurmainzischen Staatsdienst ein und war unter anderem im Auftrag seines Landesherrn, des Erzbischofs Johann Philipp von Schönborn, in diplomatischer Mission am Hof Ludwig XIV., des französischen Sonnenkönigs. In den vier Jahren (1672-1676) in Frankreich, die er auch zu Reisen nach London nutzte, bildete er sich im Kontakt mit zahlreichen der großen Wissenschaftler und Denker dieser Zeit auf hohem Niveau fort.

1676 verließ Leibniz den kurmainzischen Staatsdienst und trat als Hofbibliothekar in die Dienste des hannoverschen Fürsten Johann Friedrich. Seine Hauptaufgabe war die Erstellung einer umfangreichen Geschichte des welfischen Herrscherhauses. Diese Aufgabe erfüllte Leibniz mit so großer Akribie und akkurater Quellenarbeit („Scriptores rerum Brunsvicensium“, 1707-1711), dass er als Mitbegründer der modernen Historiographie gilt.
Leibniz systematisierte seine philosophischen Vorstellungen ("Monadentheorie") und setzte einen Teil seiner wissenschaftspraktischen Ideen um. So war er entscheidend an der Gründung der Societät der Wissenschaften (1700) in Berlin beteiligt, als deren Präsident er bis 1712 wirkte. Nach einem Zwischenspiel als Diplomat in Wien, arbeitete er ab 1714 wieder in Hannover. 1716 ist Leibniz hier gestorben.

Auf den die Verknüpfung der Zusammenhänge einzelner Wissensbereiche in den Vordergrund seines analytischen Denkens stellenden Leibniz gehen zahlreiche mathematische, naturwissenschaftliche und soziale Entdeckungen, Erfindungen und Projekte zurück. Unter anderem entwickelte er die Infinitesimalrechnung und das Dualsystem, konstruierte eine Rechenmaschine, gründete eine Witwen- und Waisenkasse und war Wegbereiter der wissenschaftlichen Linguistik.

Leibniz hat eine umfangreiche Korrespondenz hinterlassen. Zu seinen, gemessen an dem enormen Arbeitsvolumen seines Lebens, relativ wenigen veröffentlichten Werken gehören vor allem philosophische Standardwerke. 1686 und 1703/04 veröffentlichte Leibniz mit „Discours de métaphysique“ („Metaphysische Abhandlungen“) und „Nouveaux Essais sur L'entendement humain“ („Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand“) bahnbrechende Überlegungen vom Zusammenhang menschlicher Psyche im Verhältnis zur Metaphysik verbunden mit dem Beweis für das „Unbewusste“. In seiner „Théodicée“ (1710) formulierte Leibniz das berühmte Diktum von „Der besten aller möglichen Welten“ und fasst sein Weltbild schließlich 1714 in seiner „Monadologie“ zusammen, der Lehre von den letzten Elementen der Realität, die auf Gott als Urmonade basiert.

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