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Heinrich Heine
1797 bis 1856
Das Junge
Deutschland
Obgleich der Name es vermuten lässt, handelt es sich beim "Jungen
Deutschland" keineswegs um eine literarische Schule mit einheitlichem
Programm. Es ist lediglich ein Oberbegriff für Schriften engagierter
Dichter, die sich im Kontext der Julirevolution kritisch äußerten und
die Literatur als Kampfmittel und Sprachrohr begriffen. Zu diesen
Autoren zählen beispielsweise Karl Gutzkow, Heinrich Laube und Ludwig
Börne, der wohl Bekannteste unter ihnen ist jedoch der jüdische Dichter
Heinrich Heine.
Heinrich Heines Leben
Heinrich Heine wurde im Jahr 1797 in Düsseldorf geboren und entstammte
einer angesehenen Kaufmannsfamilie. Ursprünglich wollte er der
Familientradition treu bleiben und sich mit der Unterstützung eines
Onkels aus Hamburg selbst eine Existenz als Kaufmann aufbauen, seine
Versuche scheiterten jedoch. Stattdessen entschloss er sich als
Alternative für ein Studium der Rechte, das er an der Universität zu
Göttingen im Jahr 1825 mit einer Promotion erfolgreich abschließen
konnte. Bereits während der Studienjahre entdeckte der junge Heine
jedoch seine Leidenschaft für die Literatur und besuchte in Bonn
Vorlesungen des romantischen Theoretikers und Schriftstellers August
Wilhelm Schlegel. Auch veröffentlichte er bereits eigene Gedichte.
Nachdem er sein Jurastudium abgeschlossen hatte, wollte Heinrich Heine
sich in Hamburg als Advokat niederlassen, was ihm jedoch nicht gelang.
Um durch seine jüdische Abstammung nicht behindert zu werden, war er im
Jahr 1825 zum Protestantismus konvertiert, dies konnte ihm jedoch nicht
zu einer Lizenz als Anwalt verhelfen.
So betätigte sich Heine journalistisch und arbeitete an seinen
literarischen Werken, bis er schließlich 1831 nach Paris übersiedelte.
Ursprünglich sollte die französische Hauptstadt nur ein zeitweiliger
Wohnsitz werden, nachdem sich jedoch in Deutschland mehr und mehr
politische Unruhen abzeichneten und Metternich Heinrich Heines Werke der
Zensur unterwarf und ein Druckverbot über sie verhängte, blieb der
kritische Dichter bis zu seinem Lebensende im Jahr 1856 in Paris.
Heinrich Heines wichtigste Werke
Obgleich Heine zeitlebens wegen seiner politischen Meinung, seiner
jüdischen Herkunft und seiner spitzen Feder angefeindet und in eine
Außenseiterrolle gedrängt wurde, zählen einige seiner Werke zum
wichtigsten Bestandteil der deutschsprachigen Literatur. So ist das
„Buch der Lieder“, eine Sammlung von Gedichten, die 1827 veröffentlicht
wurde, bis heute eine der beliebtesten Gedichtsammlungen eines deutschen
Dichters, einige Werke aus dem Band wurden auch vertont. Gerade im „Buch
der Lieder“ macht sich Heines genuin eigene Ironie bemerkbar, die mit
den Topoi der Romantik arbeitet, diese jedoch gleichzeitig ironisch und
bisweilen kritisch parodiert.
Satire und Ironie sind wesentliche Bestandteile des Œuvres des
spitzzüngigen Dichters, der jedoch niemals den ästhetischen Wert seiner
Verse hinter den Bedeutungsgehalt seiner Aussagen stellte.
Der Dichter verfasste auch einige „Reisebilder“, die in der Form von
Reiseberichten satirische Skizzen des Zeitgeists lieferten.
Große Berühmtheit erlangte auch „Deutschland. Ein Wintermärchen“, das
1844 als satirisches Versepos erschien.
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