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Heinrich von Kleist
1777 bis 1811

Der große Grenzgänger

Er zählt zu den großen Außenseitern der Literatur, zu den Grenzgängern und Ungreifbaren, den Einmaligen und Radikalen, die im Spagat irgendwo im Nirgendwo stehen und doch ihren festen Platz in der Literaturgeschichte haben: der Schriftsteller Heinrich von Kleist.
Die eigentliche Bedeutung seines literarischen Schaffens wurde erst viele Jahre nach seinem frühen Tod erkannt und gewürdigt, zu seinen Lebzeiten erlangte der Dichter nicht die Anerkennung, die ihm eigentlich zugestanden hätte.


Heinrich von Kleists kurzes Leben

Da der im Jahr 1777 geborene Heinrich von Kleist aus einer preußischen Offiziersfamilie stammte, hätte er eigentlich eine militärische Laufbahn antreten sollen. Nach sieben Jahren im Dienst erkannte er jedoch, dass in diesem Beruf nicht seine Berufung lag und begann in Frankfurt an der Oder ein Studium der Philosophie sowie der Natur- und Staatswissenschaften, das er jedoch nicht zu Ende brachte, sondern nach zwei Jahren ohne Abschluss abbrach. In diese Zeit der Studienjahre fällt das einschneidende Erlebnis in Heinrich von Kleists Leben, das seine große Seelenkrise vertiefen und bestimmen sollte. Durch die Lektüre Kants hatte der junge Student erkennen müssen, dass Erkenntnis an und für sich auf Erden nicht möglich sein und niemals vollständige Gewissheit über den Begriff der Wahrheit erlangt werden kann. Diese Einsicht bedeutete eine tiefe Erschütterung für den jungen Kleist, der ohnehin von unstetem und ruhelosem Gemüt war.
Von seinen inneren Dämonen gehetzt reiste er durch Europa, betätigte sich kurzzeitig im Staatsdienst und scheiterte an der Herausgabe einer eigenen Zeitschrift.
Seine metaphysische Heimatlosigkeit ließ Heinrich von Kleist nicht zur Ruhe kommen, seine literarischen Werke fanden keinen großen Anklang beim Publikum.
So entschloss er sich im Jahre 1811 gemeinsam mit seiner Freundin Henriette Vogel, die unheilbar krank war, die Welt auf immer zu verlassen. Er erschoss erst sie und danach sich selbst am Ufer des Wannsees. Seiner Schwester schrieb er am Tag seines Todes in einem Brief: „Die Wahrheit ist, dass mir auf Erden nicht zu helfen war.“


Die wichtigsten Werke

Heinrich von Kleist wies eine große dichterische Begabung auf und ließ die Grundsätze seiner Weltanschauung in seine literarischen Werke einfließen. Stets sind seine Protagonisten ihrem Gefühl bedingungslos ausgeliefert, sie geben sich blindlings ihren Emotionen hin und scheitern durch diese Handlungsweise an der übergeordneten Notwendigkeit der gesellschaftlichen Instanzen.
Kleist schuf einige dramatische Werke wie beispielsweise das Lustspiel „Der zerbrochene Krug“ oder die auf antiken Stoffen basierenden Dramen „Penthelisea“ und „Amphitryon“. Daneben bewegte er sich jedoch auch im Bereich der Epik, vor allem seine Novellen „Die Marquise von O.“ und „Michael Kohlhaas“ gingen in den Kanon der deutschen Literatur ein.
 
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