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Jakob Michael Reinhold Lenz
1751 bis 1792

„Whimsical“ – also skurril und wunderlich nannte Goethe den Pfarrerssohn Jakob Michael Reinhold Lenz.

Am 23.01.1751 geboren, besuchte Lenz als junger Mann in Dorpat, der Stadt, in der er große Teile seiner Jugend verbracht hatte, die Universität um Theologie zu studieren.

Schon in seinem Studium wandte sich Lenz mehr und mehr der Dichtung zu. Vorlesungen von Immanuel Kant in Königsberg brachten ihn dazu, sich wieder seinem Studium zu widmen. 1771 wechselte er – ganz unter dem Einfluss der philosophischen Betrachtungen von Kant und Roussau – an die Universität Straßburg, wo er mit den größten Dichtern und Denkern der Zeit zusammen traf. Lenz wurde hier zu einem inbrünstigen Verfechter des Sturm und Drang.

In Straßburg begann auch Lenz Karriere als Dichter. Wenngleich er – wie viele seiner Kollegen – durch die schlechte Zahlungsmoral seiner Auftraggeber immer wieder in finanziellen Nöten war, schaffte er es 1774 sein erstes und sehr erfolgreiches Drama „Der Hofmeister“ zu veröffentlichen, in dem er seine Kindheits- und Jugenderfahrungen aufarbeitet.

Generell sind Lenz Werke durch seine Kritik am Zeitgeist geprägt. Er sieht, wie seine Kollegen und er selbst, aber auch das gemeine Volk, zwischen aufklärerischem Gedankengut und Standesdünkel zerrieben werden und greift das immer wieder in seinen Stücken und Erzählungen auf. Doch er schrieb nicht nur künstlerische Werke, auch theoretische Abhandlungen über die großen Gelehrten der Antike verfasste er in Straßburg. Eine gescheiterte Liebe und die nicht enden wollende finanzielle Misere bringen ihn letztlich dazu, die Stadt zu verlassen und Goethe in Weimar zu besuchen. Goethe nahm den Kollegen wohlwollend auf und Lenz schaffte es in kurzer Zeit, zum Hofdichter in Weimar zu werden. Doch dieses Engagement war nicht von langer Dauer. Mit spitzer Zunge stichelte Lenz gegen die Höflinge und musste Weimar verlassen; Goethe selbst soll hier eine Schlüsselrolle gespielt haben. Die folgenden Jahre waren geprägt durch Depressionen und „Anfälle“ (vermutlich paranoide Schizophrenie). Lenz verbitterte zusehends. Seine Freunde versuchten immer wieder vergeblich, zu helfen und ihn aus seinem Tal der Traurigkeit zu retten. 1777 entstand seine letzte Erzählung „Der Landprediger“. Seit seinem Scheitern in Weimar wird Lenz mehr und mehr zum getriebenen seiner eigenen Psyche. Seine Spur verliert sich schließlich in Moskau, wo Lenz einsam 11 Jahre lang lebte und schließlich am 23. Mai 1792 starb im Alter von nur 41 Jahren starb. Trotz der vermutlichen persönlichen Differenzen lässt Goethe auch nach Lenz Tod noch Teile seiner Werke veröffentlichen und ehrt so einen seiner größten Anhänger.

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