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Johann Christoph
Gottsched
1700 bis 1766
Der Name
"Johann Christoph Gottsched" ist uns heute weitgehend unbekannt. Johann
Christoph Gottsched lebte von 1700 bis 1766. Er war ein deutscher
Schriftsteller, dem man bestenfalls im Verlauf eines Studiums begegnet.
Im Zeitalter der Aufklärung war Gottsched aber auch aus
Literaturkritiker und Dramaturg bekannt.
Heutzutage kann man eine Biografie lesen, um Johann Christoph Gottscheds
Wirken zu erfassen. Bereits mit 14 Jahren schrieb er sich als Student
der Theologie in Königsberg ein. Zuvor hatte sein Vater ihn
unterrichtet. Eine Schulpflicht gab es noch nicht. Gottsched befasste
sich bald bevorzugt mit den Werken bedeutender Philosophen und änderte
sein Studienfach in Philosophie um. Dank einiger Fürsprecher konnte er
anschließend als Lehrer arbeiten. Zugleich wurde er Mitglied einer
poetischen Gesellschaft. Sein wichtigstes Anliegen wurde die Bemühung um
sprachliche Reformen. Die manierierten Sprachgewohnheiten der Barockzeit
missfielen ihm. Auf Gottsched geht die Gründung diverser
Sprachgesellschaften an deutschen Universitäten zurück. Er
veröffentlichte Wochenschriften zur Literatur und landete bald beim
Theater. Angelehnt an französische Vorbilder, verfasste Gottsched
Theaterstücke, die erfolgreich zur Aufführung kamen. Schon 1930 wurde
Gottsched mit einer außerordentlichen Professur für Poetik geehrt. Vier
Jahre später wurde er Professor der Fächer Logik und Metaphysik sowie
Dekan einer Philosophischen Fakultät.
Mit seinem literaturtheoretischen Meisterwerk "Die Critische Dichtkunst"
setzte Gottsched 1730 seine wissenschaftliche Duftmarke. Sofort kam es
zu Angriffen anders Denkender. Dies hielt Gottsched nicht davon ab, 1736
die "Ausführliche Redekunst" zu veröffentlichen. Auch hier griff er die
schwülstige Rhetorik der Barockzeit an. Weitere Meisterwerke erschienen
unter dem Titel "Erste Gründe der gesamten Weltweisheit" und "Deutsche
Sprachkunst". Letztere wurde als Standardwerk lange in deutschen Schulen
verwendet und beeinflusste die Entwicklung der deutschen Schriftsprache
im 18. Jahrhundert erheblich. Noch heute ist sein unvollendet
gebliebener "Nöthiger Vorrath zur Geschichte der deutschen dramatischen
Dichtkunst" beim Studium der Schauspielgeschichte ein Standardwerk.
Heute sieht man Gottsched als Vermittler französischer und englischer
Sprachkultur an. Als er 1766 starb, hinterließ er ein umfangreiches
Werk. Der bereits erwähnte Sprachenstreit führte zu neuen Definitionen
für eine deutsche Schriftsprache. Kritisiert wurde, dass Gottsched die
sächsische Mundart bevorzugte, die in anderen Mundartgebieten nicht
gesprochen wurde. Am Ende entschied die Politik über die Sache. Kaiserin
Maria Theresia führte nach dem Siebenjährigen Krieg die allgemeine
Schulpflicht in Österreich ein und erhob Gottscheds Deutsch zum
amtlichen Standard. Nun folgten endlich auch andere. Gottsched
hinterließ zahlreiche Theaterstücke, Zeitschriftenartikel und Reden.
Über ihn sind fast ebenso zahlreiche Artikel, Bücher, Streitschriften
und Traktate verfasst worden. Sie befassen sich mit Gottscheds Arbeit,
aber auch mit seiner Person.
Bücher
von Johann Christoph Gottsched
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