Die
literarische Epoche des Mittelalters wird unterschiedlich abgegrenzt,
i.d.R. beginnend mit der mittelalterlichen Philosophie und Theologie,
die sich unter der Herrschaft von Karl dem Großen entwickelt hat. Als
Ende des Mittelalters kann aus literaturwissenschaftlicher Sicht die Entwicklung des Buchdrucks Mitte des 15. Jahrhunderts
betrachtet werden.
Im frühen Mittelalter prägten Geistliche das Kulturgeschehen. Die
Klöster können im Mittelalter als Zentren der Literatur gesehen werden. Große
Bekanntheit haben aus dieser Zeit die Schriftstücke der Fuldaer Mönche
erlangt.
In
der Phase des hohen Mittelalters im 12. und 13. Jahrhundert entwickelte
sich neben dem Geschehen in den Klöstern auch verstärkt die höfische Literatur, geprägt von Sagen (z.B. das
Nibelungenlied), dem Heldenepos und dem Minnesang. Der wohl bekannteste
Lyriker und Dichter aus jener Zeit ist Walther von der Vogelweide. In
der darauf folgenden Phase des späten Mittelalters gewann das städtische
Bürgertum verstärkt an Einfluss am geistigen Leben.