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Die Literaturepoche des Naturalismus lässt
sich etwa auf den Zeitraum 1880 bis 1900 eingrenzen. Geprägt war dieser
Zeit von großen Umbrüchen in Wissenschaft und Wirtschaft. Dampfmaschine,
Schallplatte und Dieselmotor sind nur drei der großen Erfindungen, die
in diese Epoche fallen. Bezeichnend für diese Phase ist, dass die
Individualität und die subjektiven Noten der Literaten bewußt zurück
gedrängt wurden, d.h. die Schriftsteller verzichteten auf künstlerische
Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten. Dazu passend wird der Mensch
sehr rational gesehen, häufig wird der Mensch als Produkt seiner Umwelt
dargestellt. Ihm wird keine Individualität zugebilligt, der einzelne
geht in der Anonymität unter.
Diese Grundtendenzen des Naturalismus
finden auch ihren Ausdruck in der Verwendung der Sprache in der
Literatur. Auf blumige Ausdrucksweisen wird verzichtet. Stattdessen wird
bewusst der Stil der Alltagssprache bis hin zu Dialekten eingesetzt.
Beschreibungen sind oft sehr detailliert, die Literaten versuchen, die
Umwelt möglichst genau in ihren Beschreibungen zu erfassen. Beliebte
Gattungen im Naturalismus waren vor allem Theaterstücke in der Form des
Dramas, aber auch Komödien und Tragödien wurden zahlreich geschrieben.
Räumlich konzentrierten sich zu dieser Zeit zwei ausgeprägte Kreise von
Autoren in München und in Berlin.
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