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Der Begriff 'Neue Subjektivität' für eine
Literaturepoche in den 1970er Jahren in (West-)Deutschland wurde von
Marcel Reich-Ranicki geprägt. Die Literatur dieser Epoche grenzt sich ab
von den sozialkritischen und politischen Themen, die aus der 68er
Bewegung heraus die Literatur beeinflusst hatten. Die Schriftsteller
fokussierten stattdessen stärker auf die eigenen Träume, das
Privatleben, teilweise fast egozentrisch. Die sinnliche Erfahrung und
Sensibilität trat in den Vordergrund, Politik wurde unwichtig. Dieser
veränderte Fokus fand auch im Stil seinen Ausdruck, der stärker
gefühlsbetont und persönlicher wurde. In diesem Zusammenhang hielten
auch autobiographische Elemente verstärkt Einzug in die Literatur.
Die Neue Subjektivität richtete den Blick jedoch nicht stark in die
Zukunft, bzw. wenn, dann mit eher pessimistischer Perspektive. Zugleich
wird jedoch der Ansatzpunkt für Veränderungen im einzelnen Individuum
gesehen, was eine entsprechende Veränderungsfähigkeit der Gesellschaft
nicht ausschließt. Für viele Schriftsteller war die Neue Subjektivität
eher eine Phase ihres Schaffens, sie können nicht insgesamt dieser
Epoche zugeordnet werden.
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