Paul Gerhardt wurde 1607 als zweites Kind des Gastwirts Christian
Gerhardt und seiner Frau Dorothea in Gräfenhainichen, im damaligen
Kurfürstentum Sachsen geboren. Dort besuchte Gerhardt auch die
Stadtschule, in der er erste Erfahrungen mit der lateinischen Sprache
und der Kirchenmusik machte. Als 1619 sein Vater und 1621 die Mutter an
den Strapazen und Seuchen des 30-jährigen Krieges starben, war der erst
14-jährige zum Vollwaisen geworden.
Ab dem April des Jahres 1622 besuchte Gerhardt die Fürstenschule St.
Augustin in Grimma in der vorwiegend die Fächer Rhetorik, Poetik, Musik
und Dialektik unterrichtet wurden.
Nach dieser erfolgreich absolvierten Schulzeit in Grimma stand einem
Universitätsstudium nichts mehr im Wege und Paul Gerhardt konnte sein
Theologiestudium an der Universität Wittenberg aufnehmen. Dort setzte er
sich stark mit den Lehren Luthers auseinander und arbeitete als
Hauslehrer, um sein Studium zu finanzieren. In de Jahren 1636/37
grassierte auch in Wittenberg die Pest, der tausende Menschen, so auch
Gerhardts Bruder Christian zum Opfer fielen.
In diese Zeit des Wittenberger Studiums fallen auch Gerhardts erste
selbst verfasste Texte und Gedichte.
Als Gerhardt im Jahr 1643 Wittenberg verließ um in das durch Pest und
Pocken fast um die Hälfte seiner Einwohner dezimierte Berlin zu gehen,
musste er auch dort wieder eine Stellung als Hauslehrer im Haushalt
eines Kammergerichtsrats annehmen. Zudem wirkte er als Pfarrer an der
dortigen Nikolaikirche.
In seiner Zeit in Berlin entstanden zahlreiche Texte und Gedichte, in
die auch theologische Themen einflossen, und die, motiviert durch die
verheerenden Zustände durch Krieg und Seuchen, seinen Mitmenschen Trost
und neue Hoffnung schenken sollten.
Nach 10 Jahren des Schaffens in Berlin folgten weitere Stationen in
Mittenwalde, nochmals Berlin und Lübben. Paul Gerhardt starb am 27. Mai
1676 an seiner letzten Wirkungsstätte Lübben.
Bücher
von Paul Gerhardt
Werke von Paul Gerhardt:
Paul Gerhardt gilt bis heute neben Martin Luther als einer der
bedeutendsten Kirchendichter. So ist es nicht verwunderlich, dass ein
großer Teil seines Werks bis heute in den kirchlichen Gemeinden
Deutschlands im Gebrauch ist.
Als seine bekanntesten und wichtigsten Werke gelten:
Die güldene Sonne
Fröhlich soll mein Herze springen
Geh aus mein Herz und suche Freud
Befiehl du deine Wege
Lobet den Herrn
Nun danket all und bringet Ehr
Nun ruhen alle Wälder
Oh Haupt voll Blut und Wunden
sowie zahlreiche andere christliche Gesänge und Gedichte. |