Der
Titel eines Dramas von Friedrich Maximilian Klinger gab dieser Epoche
– im Nachhinein – ihren Namen. Die Phase des Sturm und Drang
konzentrierte sich auf die Literatur. Inhaltlich bildeten
Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung des Individuums den
thematischen Schwerpunkt des Sturm und Drang. Dies stand in Kontrast zur
gesellschaftlichen Realität dieser Zeit, in der die individuelle
Entfaltung nur sehr eingeschränkt möglich war.
Der Sturm und Drang war eine Protestbewegung gegen die Obrigkeit
und gegen die Enge der bürgerlichen Moralvorstellungen dieser Zeit. Das
Gedankengut des Sturm und Drang fand seinen Niederschlag fast
ausschließlich in der Literatur. Andere Kultur- und Kunstbereiche wurden kaum von
dieser Bewegung beeinflusst.
Innerhalb der Literatur kristallisierte sich das Drama als die
am besten passende Darstellungsform für die Gedanken des Sturm und Drang
heraus. Goethe und Schiller, die später die Weimarer Klassik prägten,
gestalteten mit ihren frühen Werken maßgeblich die Epoche des Sturm und Drang.