Der im Jahr
1817 in der norddeutschen Hafenstadt Husum geborene deutsche Dichter
Theodor Storm gehört zu den ersten Vertretern des deutschen Realismus in
der Literatur.
Der Sohn eines Notars und einer Tochter aus gutem Hause studierte nach
anspruchsvoller Schulbildung Jura in Kiel, um eine juristische Karriere
nach dem Vorbild des Vaters zu beginnen. Schon als 16-jähriger Schüler
entdeckte Storm seine Begeisterung dafür, Gedichte zu schreiben. Während
seines Studiums trug er gemeinsam mit Freunden Sagen und Liedertexte aus
seiner schleswig-holsteinischen Heimat zusammen und schrieb dazu eigene
Gedichte.
Seine juristische Laufbahn setzte Storm nach dem Abschluss des Studiums
als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt Husum fort. Im Jahr 1846, wenige
Jahre nach der Eröffnung seiner Kanzlei, heiratete er. Aus der Ehe
sollten insgesamt sieben Kinder hervorgehen, bevor seine Ehefrau
Constanze im Kindbett starb. In zweiter Ehe heiratete Storm seine
langjährige Geliebte.
Beruflich ergab sich für den Juristen, der sich selbst als "unpolitisch"
zu bezeichnen pflegte, ein Einschnitt, als ihm 1853 die Erlaubnis, als
Rechtsanwalt tätig zu sein aufgrund seiner feindseligen Einstellung
gegenüber Dänemark entzogen wurde. Um weiterhin juristisch arbeiten zu
können, verließ Theodor Storm seine norddeutsche Heimat und nahm eine
unbezahlte Anstellung als Gerichtsassessor am Amtsgericht Potsdam an.
Dort lernte der bekennende Republikaner den preußischen Konservativismus
kennen, aber nicht lieben. Er knüpfte in dieser Zeit Kontakte zu anderen
Literaten seiner Zeit, beispielsweise zu Theodor Fontane. Im Jahr 1856
wurde er als Kreisrichter von Heiligenstadt in Thüringen eingesetzt.
Während der gesamten Zeit hielt er
Beobachtungen und Erlebnisse in Gedichtform oder in Form von Novellen
fest. Noch während seiner Zeit in Husum hatte Storm neben anderen Werken
das auch heute noch bekannte Gedicht "Die Stadt" über seine Heimatstadt
verfasst. Die schon zur damaligen Zeit sehr erfolgreiche Novelle
"Immensee" hatte Storm bereits 1849 fertig gestellt.
Im Jahr 1864 stand für Theodor Storm erneut eine Veränderung an. Nachdem
der Deutsch-Dänische Krieg zugunsten der preußisch-österreichischen
Truppen entschieden war, rief die Bürgerschaft ihn als Landvogt zurück
nach Husum. Dort arbeitete er als Landrichter, bis er 1880 in den
Ruhestand ging, um sich ganz seiner Tätigkeit als Poet widmen zu können.
In dieser späten Wirkungsphase entstand die heute wohl bekannteste
Novelle von Theodor Storm, "Der Schimmelreiter". Nach Fertigstellung
dieser bekannten Novelle im April 1888 verstarb Storm im Juli des selben
Jahres infolge von Magenkrebs.
Neben den bereits erwähnten Werken ist aus der Vielzahl der
literarischen Arbeiten des Theodor Storm die Novelle "Pole Poppenspäler"
besonders hervorzuheben. Storm schrieb hier ein Auftragswerk, das
gezielt für junge Menschen bestimmt war.
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