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Wilhelm Busch
1832 bis 1908
Am Anfang
… kommt Heinrich Christian Wilhelm Busch als erstes Kind der Eheleute
Henriette und Friedrich Wilhelm Busch zur Welt, am 15. April 1832, in
Wiedensahl bei Hannover. Die protestantischen Eltern sind Kaufleute,
denen es gelingt, bescheidenen Wohlstand zu erwirtschaften. Sich selbst
und den besten Freund seiner Kindertage wird Wilhelm Busch später in
„Max und Moritz“ verewigen.
Der kritische Geist
… des jungen Mannes erwacht in den 1840er Jahren. Er bewegt sich in
libertären Kreisen und neigt zur Religionskritik. Sein
Maschinenbau-Studium gibt er auf, um Malerei zu studieren. Nach mehreren
Anläufen bricht er diese Versuche ab, weil er an seinem Können zweifelt,
nachdem er die Gemälde der alten Meister gesehen hat. Tatsächlich wird
die Geringschätzung gegenüber seiner eigenen Kunst lebenslang
charakteristisch für Wilhelm Busch sein.
Erfolge
… erzielt er in den 1860er und 1870er Jahren mit seinen
Bildergeschichten. Viele der bekanntesten Werke entstehen während dieser
Zeit: „Max und Moritz“, „Hans Huckebein“, „Der Virtuos“, „Die fromme
Helene“ sowie „Der heilige Antonius von Padua“. Bezüglich dieser Werke
äußert Busch sinngemäß, sie seien nur der Nachfrage geschuldet und
eigentlich unbedeutend.
Zeitweilig versucht der Künstler, sich als Maler oder „ernsthafter
Dichter“ neu zu erfinden. Seine Gemälde vernichtet er jedoch zum großen
Teil selbst; der Gedichtband „Kritik des Herzens“ wird weder von der
Kritik noch von der Leserschaft akzeptiert.
Ab 1874 erscheinen erneut Publikumslieblinge: Auf „Dideldum!“ folgt 1875
der erste Teil des „Knopp“: „Abenteuer eines Junggesellen“. In den
nächsten beiden Jahren veröffentlicht Busch „Herr und Frau Knopp“ sowie
den dritten Teil „Julchen“. Im 1878 publizierten „Der Haarbeutel“
befasst sich der Zeichner schwarzhumorig mit dem Thema Alkohol, das ihm
zur Genüge vertraut ist. In den 1880er Jahren zeichnet Wilhelm Busch die
letzten Bildergeschichten: „Balduin Bählamm, der verhinderte Dichter“
und „Maler Klecksel“. So satirisch sie auch sein mögen, enthalten sie
doch das bittere Resümee eines Mannes, der sich als künstlerisch
gescheitert sieht.
Am Ende
… verfasst Busch scharfzüngige, desillusionierende Prosa: „Eduards
Traum“ und „Der Schmetterling“. Der Autor ist bis zu seinem Lebensende
kein sanfter Charakter. Er bevorzugt, Menschen und Dinge mit spitzer
Feder zu verspotten, ohne sie – wie die deutschen Romantiker – zu
umschmeicheln.
Am 9. Januar 1908 stirbt Wilhelm Busch. Sein Grab befindet sich auf dem
Friedhof in Mechtshausen.
Geblieben
… ist die Rezeption derer, die sich als Wilhelm Buschs geistige
Nachkommen sehen. Sämtliche frühen Comicstrips waren „Max und Moritz“
entlehnt. Von Buschs speziellem Humor sowie von seinem ungeschönten
Menschenbild ließen sich unter anderem Morgenstern, Ringelnatz und
Tucholsky inspirieren.
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